Digital Enterprise in Amberg: Jede Sekunde geht ein perfektes Produkt in die Welt

05.05.15 Jahresthema 2016

Foto: © DTIHK

Die DTIHK und Siemens zeigen im Elektronikwerk Amberg den Weg in die Zukunft der digitalen Fertigungstechnologie


Heute sehen, was die Zukunft bringt – unter dieser Devise besuchten rund 30 Unternehmer und Vertreter der Fachöffentlichkeit aus Tschechien das voll automatisierte Siemens-Vorzeigewerk in Amberg. Die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) und ihr Jahresthema-Premiumpartner Siemens veranstalteten diese „Reise in die Zukunft“ im Rahmen des DTIHK-Jahresthemas „Industrie 4.0 – rEvolution gestalten“. „Wir möchten in mit unserem Jahresthema in Tschechien anhand von Best-Practice-Beispielen unseren tschechischen Partnern Einblick geben, wohin die digitale Reise geht. Und gerade das außergewöhnliche Elektronikwerk Amberg setzt heute den Standard von morgen“, erklärte DTIHK-Geschäftsführer Bernard Bauer die Initiative. Siemens produziert in Amberg speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) vom Typ Simatic. Dabei steuern die Produkte ihre Fertigung selbst.

Um die industrielle Wertschöpfung zu steigern, arbeitet die Industrie mit Hochdruck daran, die nächste Stufe der industriellen Fertigung zu verwirklichen: die digitale Vernetzung aller Wertschöpfungsstufen.

Das Elektronikwerk Amberg ist das Vorzeigebeispiel für die Anwendung der „Digital Enterprise“ von Siemens. Hier wird heute schon produziert, wie es in einigen Jahren in vielen Fertigungswerken Standard sein wird. Die Produkte steuern ihre Fertigung selbst. Sie teilen den Maschinen über den Produktcode mit, welche Anforderungen sie haben und welche Produktionsschritte als nächstes nötig sind. In Amberg ist die Fertigung auf dem Weg zur Zukunft schon gut vorangekommen.

Das Elektronikwerk zeige, dass „Siemens beim Thema Industrie 4.0 bereits in der Umsetzung ist“, erklärte Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, beim Amberg-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Februar dieses Jahres. „Dem tragen wir auch mit unserem seit 1. Oktober 2014 etablierten Organisationsmodell der ´Digitalen Fabrik´ als Division im Unternehmen Rechnung“, so Kaeser.

Das Werk in Amberg produziert mit einer außergewöhnlichen Quote von 99,99885 Prozent fehlerfrei. Jährlich stellt die Fabrik zwölf Millionen Simatic-Produkte her. Jede Sekunde verlässt ein Gerät das Elektronikwerk. „Ich kenne weltweit kein vergleichbares Werk, das an diese niedrige Fehlerquote herankommt“, erklärt Prof. Dr. Karl-Heinz Büttner, Leiter des Elektronikwerks Amberg. Die Lieferung der Einheiten wird von der Fertigungsanlage an mehr als 60.000 Auftraggeber weltweit erledigt.

Künftig werden die reale und virtuelle Welt in der Produktion noch enger verschmelzen. Alle Schritte der Produktions-Wertschöpfungskette werden digitalisiert und integriert – vom Produktdesign, der Produktionsplanung und dem Engineering bis hin zur tatsächlichen Produktion und Dienstleistungen sowie das gesamte Lieferantennetz. Fabriken werden in der Zukunft noch flexibler als heute individuelle Einzelprodukte fertigen und eine höhere Wirtschaftlichkeit erzielen.

„Die digitale Vernetzung birgt ungeheure Möglichkeiten für Kundenmanagement und Time-to-market. Die Dynamik dieser globalen Entwicklung macht es erforderlich, dass auch die tschechische Industrie sich gut aufstellt, um konkurrenzfähig zu bleiben“, erklärt Rudolf Fischer, DTIHK-Präsident und CFO Siemens Tschechien.

Seit der Gründung 1989 produziert Siemens am Standort Amberg speicherprogrammierbare Steuerungen vom Typ Simatic. Sie dienen dazu, Maschinen und Anlagen zu automatisieren und dadurch Zeit und Kosten zu sparen sowie die Produktqualität zu erhöhen. Sie steuern Bordsysteme von Kreuzfahrtschiffen ebenso wie industrielle Fertigungsprozesse, etwa in der Automobilindustrie.

Die DTIHK will mit ihrem Jahresthema „Industrie 4.0 – rEvolution gestalten“ Impulse geben, um die Entwicklung zur vernetzten Digitalisierung auch in Tschechien mit allen Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Politik voranzubringen. Sie schafft eine branchenübergreifende Networking-Plattform und plant über das gesamte Jahr 2015 Fachkonferenzen mit deutschen und tschechischen Experten, Round Tables mit Politikern, Firmenbesuche, einen Messeauftritt auf der MSV Brünn und die öffentlichkeitswirksame Großveranstaltung „Wirtschaftsgespräch“.