DTIHK-Umfrage: Jedes zweite Unternehmen hält digitale Vernetzung der Wertschöpfungsprozesse für „entscheidend“ oder „sehr wichtig“

24.03.15 Jahresthema 2016

Die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer und ihre Partner gaben den Startschuss für das aktuelle Jahresthema „Industrie 4.0 – rEvolution gestalten“.

Mit einem Kick-Off-Meeting startete am Dienstag die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) gemeinsam mit über 30 Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Politik sowie zahlreichen Vertretern von Fachöffentlichkeit und Presse offiziell ihr Jahresthema „Industrie 4.0 – rEvolution gestalten“. Digitale Vernetzung in der Wirtschaft, von der Entwicklung bis hin zum Kundenmanagement, wird in den kommenden zehn Jahren „ein entscheidender Faktor zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Tschechiens sein“, so DTIHK-Präsident Rudolf Fischer. „Die DTIHK und ihre Partner – bedeutende Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbände und Ministerien – bilden gemeinsam eine Austauschplattform, um die Herausforderungen der so genannten vierten industriellen Revolution in den Blick zu nehmen und langfristig zu meistern“, erläuterte Geschäftsführer Bernard Bauer. Laut einer aktuellen Umfrage der DTIHK und ihrer Partnerverbände hält mehr als die Hälfte der Unternehmen die digitale Vernetzung der Wertschöpfungsprozesse für „entscheidend“ oder „sehr wichtig“.

Industrie, Handel und Dienstleistungssektor werden in den kommenden zehn Jahren einen radikalen Wandel durchlaufen. Die nahe Zukunft bringt eine umfassende digitale Vernetzung auf allen Wertschöpfungsstufen eines Unternehmens. „Innovationsgeschwindigkeit, Kundenmanagement, Flexibilität, Produktivität und Reaktion auf Marktveränderungen werden neu definiert“, erklärte DTIHK-Präsident Rudolf Fischer in der DTIHK-Kuppel anlässlich des Kick-Off-Meetings zum aktuellen Jahresthema. Darüber seien sich die Industrie- und Handelskammer und ihre über 30 Partner aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Verbänden einig. Die Entwicklung in Richtung Industrie 4.0 sei auch für Tschechien mit seinem starken Industriesektor entscheidend, um im globalen Wettbewerb ein attraktiver Produktions- und Innovationsstandort zu bleiben.

Wie wichtig das Thema digitale Vernetzung für die Wirtschaft ist, hat die aktuelle Unternehmensumfrage „Industrie 4.0 in Tschechien – aktueller Stand, Chancen und Herausforderungen“ gezeigt, deren Ergebnisse am Dienstag der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Über 270 Unternehmen haben sich an der Umfrage beteiligt, die die DTIHK gemeinsam mit dem Verband für Industrie und Verkehr (SP), dem Verband der kleinen und mittelständischen Unternehmen (AMSP CR) und der ICT Union durchgeführt hat. Danach hält mehr als die Hälfte der Unternehmen die digitale Vernetzung der Wertschöpfungsprozesse für „entscheidend“ oder „sehr wichtig“. Dabei ist das Bewusstsein für diese rasante Entwicklung bei den großen Playern etwas höher als bei den kleinen und mittleren Unternehmen. Was den aktuellen Stand betrifft, so betrachten gut drei Viertel der Befragten die Digitalisierung in ihrem Unternehmen als voll (10%), weit (39%) oder ausreichend (28%) entwickelt.

Die Umfrage widerlegt zudem die Befürchtung, dass eine zunehmende Digitalisierung der Industrie zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führt. Über drei Viertel der Unternehmen erwarten keine Veränderung in der Zahl ihrer Mitarbeiter. Aufgeschlüsselt nach Unternehmensgröße ergibt sich jedoch eine Differenzierung. 26 Prozent der Großunternehmen rechnen im Zuge der Digitalisierung mit einer Reduzierung der Mitarbeiterschaft, bei den KMUs hingegen nur 8 Prozent.

Entscheidend für die Wirtschaft ist jedoch die künftige Qualifikation der Mitarbeiter, und da sehen viele Unternehmen Probleme auf sich zukommen. 17 Prozent betrachten die Mitarbeiterqualifikation als Hemmnis und Risiko der Digitalisierung, gleich hinter den Investitionskosten und der Datensicherheit. Unterstützung von Weiterbildungsmaßnahmen und Nachwuchsförderung sowie eine Anpassung des Datenschutzes sind daher auch die wichtigsten Forderungen der Unternehmen an die Politik. Gerade die Datensicherheit könnte die Achillesferse der internetgestützten digitalen Vernetzung in der Wirtschaft sein.

„Wir sind überzeugt, dass es insbesondere für die Regierungsstrategien auf diesem Gebiet sowie für die künftige Auszahlung von Finanzmitteln aus den europäischen Fonds unabdingbar ist, die ‚digitalen Bedürfnisse‘ der tschechischen Firmen zu kennen“, erklärte auch Ivan Vrzal, Vorstandsmitglied im Verband für Industrie und Verkehr (SP).

Die DTIHK schafft mit ihrem Jahresthema „Industrie 4.0 – rEvolution gestalten“ eine branchenübergreifende Networking-Plattform und plant über das gesamte Jahr 2015 unter anderem Fachkonferenzen und Vorträge mit deutschen und tschechischen Experten, Round-Tables mit Politikern, Firmenbesuche, einen Messeauftritt auf der MSV Brünn und die öffentlichkeitswirksame Großveranstaltung „Wirtschaftsgespräch“. Das DTIHK-Jahresthema steht unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Industrie und Handel der Tschechischen Republik sowie des Regierungsamtes der Tschechischen Republik.

Die Premiumpartner des DTIHK-Jahresthemas nutzen bereits vielfach die Chancen der digitalen Vernetzung und gestalten die Entwicklung aktiv:

Siemens hat bereits vor über 15 Jahren damit begonnen, in den Auf- und Ausbau eines Softwareportfolios zu investieren. Dieses dient dazu, die gesamte industrielle Wertschöpfung von der Produktdefinition bis zum After Sales Service zu unterstützen. „Die Software Suite, an deren Ausbau und Integration weiterhin mit Nachdruck gearbeitet wird, heißt ‚Digital Enterprise Software Suite‘. Sie ist die Siemens Antwort auf die Anforderungen, die Industrie 4.0 an die Unternehmen stellt. Siemens bietet bereits heute das Grundgerüst an Software, das Unternehmen, die in der Internet-Industrie mithalten wollen, benötigen.“

Bosch Rexroth ist mit seinen intelligenten Montageanlagen bereits einer der führenden Anwender von Industrie 4.0 und fokussiert in eigenen Betrieben und im Rahmen verschiedener Pilotprojekte auf die Identifizierung neuer Potenziale. „Dabei setzen wir auf eigene Produkte für alle Anwendungsbereiche der ‚drive & control‘ –Technologien (intelligente, gesteuerte Antriebe), die man sinnvoll und effektiv auf Basis gemeinsamer Kommunikationslevels kombinieren kann“.

Das international agierende Unternehmen Schunk sieht in der Digitalisierung der Steuerung und Kommunikation in den Produktionsprozessen eine Chance nicht nur für die Hersteller, sondern auch für die Kunden. Der Mehrwert liege vor allem in der höheren Produktionseffizienz sowie in der Verbesserung der Produktqualität an sich. „Gleichzeitig ist es notwendig, Industrie 4.0 zur Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit im globalen Ausmaß zu nutzen“.

Auch für ROI Management Consulting hat Industrie 4.0 in den nächsten Jahren eine strategische Bedeutung. Produktionseffizienz und Mitarbeiterqualifikation spielen eine Schlüsselrolle. „Wachsende Nachfrage nach Qualifikationserhöhung und permanenter Effizienzsteigerung der Produktion war der Grund, warum in der Nähe von Prag das Schulungs- und Simulationszentrum ‚Lean Fabrik‘ eröffnet wurde, das auch Programme aus dem Bereich Industrie 4.0 anbietet“.

„Kundenorientierung bedeutet für die E.ON Czech-Gruppe zu wissen und zu verstehen, was unsere Kunden bewegt, um sie so gut wie möglich begleiten zu können. Die Herausforderungen unserer Kunden sind für uns dabei Motivation zum Angebot moderner, innovativer und kundenorientierter Energielösungen. Die zunehmende Digitalisierung unserer Kunden wird dabei auch unternehmensintern reflektiert. So hat die E.ON Czech Gruppe deshalb ein gruppenweites Projekt ‚Digital‘ aufgesetzt, um auch in Zukunft der ‚partner of choice‘ für ihre Kunden zu sein“.



Die Ergebnisse der DTIHK-Umfrage „Industrie 4.0 in Tschechien“

Weitere Informationen zum Jahresthema 2015 und den geplanten Veranstaltungen finden Sie » hier.

Fotogalerie von dem Kick-Off-Meeting finden Sie » hier.


Kontakt:
Christian Rühmkorf
Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Public Affairs
Tel.: +420 221 490 303
E-Mail: ruehmkorf@dtihk.cz

 

„Industrie 4.0 - rEvolution gestalten“ – unsere Premiumpartner: Freistaat Bayern, Bosch Rexroth, spol. s.r.o., Veletrhy Brno, a.s., E.ON Česká republika, s.r.o., ROI Management Consulting a.s., Schunk Praha s.r.o., Siemens, s.r.o., TRUMPF Praha, spol. s r. o. | Partner: Brose CZ spol. s r.o., Ingenics s.r.o., SAP ČR, spol. s r.o., Škoda Auto a.s. | Partnerinstitutionen: Tschechische technische Universität Prag (ČVÚT), Fraunhofer-Zentrum für Mittel- und Osteuropa (MOEZ), Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau (ICM e.V.), Südmährisches Innovationszentrum (JIC), Nupharo Park, a.s., SIX Research Center, Technische Universität in Liberec – Institut für Nanomaterialien, moderne Technologien und Innovation, Technologische Hochschule Deggendorf – Technologie Campus Freyung, VÚTS a.s./ Zentrum für Entwicklung der Maschinenbauforschung, Westböhmische Universität in Pilsen – Fakultät für Maschinenbau