Konferenz beim DIHK zeigte die Möglichkeiten auf: „Ein Blick in Regionen wie Osteuropa lohnt"

09.05.17 AHK Tschechien - News-Hauptkategorie

Auf die Chancen, die sich der deutschen Wirtschaft in den osteuropäischen Nachbarländern eröffnen, hat Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), anlässlich der "Visegrád"-Veranstaltung vom Freitag hingewiesen.

Unter der Überschrift „Visegrád 4 und Deutschland – Wirtschaftliche Zusammenarbeit im Interesse der EU-Wettbewerbsfähigkeit" hatte der DIHK am 5. Mai in Berlin Politiker und Wirtschaftsvertreter aus Deutschland und den sogenannten Visegrád-Ländern Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn an einen Tisch gebracht.

Den Hintergrund fasste Volker Treier gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" so zusammen: „Saturierte Märkte im Westen, der Austritt Großbritanniens aus der EU und protektionistische Tendenzen nicht nur in Schwellenländern – die außenwirtschaftlichen Umstände machen den Unternehmen derzeit das Leben schwer." Da lohne sich der Blick in andere Regionen, und man müsse dafür nicht mal weit weg gehen: „So ist das wirtschaftliche Potenzial unserer direkten Nachbarn im Osten beachtlich."

Die Visegrád-Länder zusammen generierten mit Deutschland ein Handelsvolumen, das um mehr als 50 Prozent höher sei als das mit dem derzeit größten deutschen Handelspartner China, betonte der DIHK-Außenwirtschaftschef. „Die deutschen Exporte in die Region beliefen sich 2016 auf gut 220 Milliarden Euro und sind damit um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen", berichtete er. „Für dieses Jahr erwartet der DIHK einen Zuwachs in gleicher Größenordnung."

Aktuell seien vor Ort 3.300 deutsche Betriebe aktiv, die in der Region gut eine Million Menschen beschäftigten. Ihr Kapitalstock belaufe sich auf über 60 Milliarden Euro – und befinde sich damit auf Augenhöhe mit dem deutschen Engagement in China. Besonders stark vertreten: Automobil- und Luftfahrtbranche, Maschinenbau, Chemie und Medizintechnik.

Die Modernisierung durch Innovation und Digitalisierung in diesen Ländern bietet enorme Chancen für deutsche Unternehmen", stellte Treier in Aussicht. „Besonders der Maschinenbau sowie Informations- und Kommunikationstechnologien könnten hier stark profitieren." Allerdings: „Problematisch könnte für die Unternehmen der zunehmende Fachkräftemangel in der Region werden."

Von der Visegrád-Konferenz verspreche sich der DIHK „wichtige Impulse für eine noch engere wirtschaftliche Zusammenarbeit – und das im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit auf beiden Seiten sowie der Europäischen Union insgesamt". Es gelte, die Vorteile der EU und insbesondere des Binnenmarktes immer wieder zu betonen.

Treier: „Der Austausch über die Chancen der Region und über die Erfahrungen der dort bereits aktiven deutschen Unternehmen kann wertvollen Input für tiefere Kooperationen und neue Geschäftsmöglichkeiten geben. Dieses Ziel unterstützen auch die vier Deutschen Auslandshandelskammern in Warschau, Bratislava, Prag und Budapest."


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