Aktuelle Wirtschaftsentwicklung: DTIHK-Interview im Tschechischen Fernsehen

Christian Rühmkorf (DTIHK) kommentiert in den Hauptnachrichten des Tschechischen Fernsehens die neuesten Zahlen aus Deutschland und Tschechien.

Die Industrieproduktion in der Tschechischen Republik stagniert, in Deutschland war im März ein Rückgang von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. Zugleich steigerte sich im ersten Quartal der Export in beiden Ländern, der Warenaustausch zwischen Deutschland und Tschechien legte um 2,3 Prozent zu.

Christian Rühmkorf, Leiter der Abteilung Kommunikation und Public Affairs der DTIHK, kommentiert in den Hauptnachrichten des Tschechischen Fernsehens die neuesten Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und Tschechien.

ČT: Die tschechische Industrie ist weitgehend mit dem größten Nachbarland verwoben. Welche Entwicklung erwarten Sie in diesem Jahr in Deutschland? Und wird sich diese Entwicklung auf die Tschechische Republik auswirken?

Es wird keine große Katastrophe geben. Der deutsch-tschechische Handel wächst im Moment noch weiter. Wir erwarten eine gewisse Abkühlung der Konjunktur, das liegt am Wirtschaftszyklus, das liegt an globalen wirtschaftlichen Risiken. Aber schon nächstes Jahr erwarten wir, dass es wieder bergauf geht mit der Wirtschaft. Und was die wirtschaftliche Verflechtung beider Länder betrifft, manche nennen es auch Abhängigkeit: Tatsache ist, dass eine Exportwirtschaft, die weltweit Bedeutung haben will, nicht ohne internationale Verflechtung auskommt, im Falle Tschechiens mit Deutschland und insgesamt mit der Europäischen Union.

ČT: Sie haben eine Umfrage durchgeführt, wonach die Tschechische Republik den ersten Platz als beliebtester Investitionsstandort in MOE an Estland abtreten musste. Was müsste Tschechien aus Sicht der Investoren besser machen?

In Estland dreht sich alles um eine sehr moderne digitalisierte öffentliche Verwaltung und Infrastruktur. Im weltweiten Vergleich haben dort die meisten Menschen Zugang zum Internet. Überall gibt es kostenlose Hot Spots. Transparente öffentliche Verwaltung bedeutet natürlich auch eine transparente öffentliche Auftragsvergabe, und das kritisieren Investoren in unserer Umfrage hier in Tschechien. Da ist Estland etwas besser. Wir glauben aber, dass die Innovationsstrategie der tschechischen Regierung dazu beitragen wird, die Tschechische Republik bald wieder an die Spitze zu bringen.

ČT: Wenn man von der tschechischen Industrie spricht, denken die meisten sofort an die Produktion von Autos und Teilkomponenten. Wo liegen weitere Chancen für das Land?

Künstliche Intelligenz. Die ist wichtig für die Umsetzung von Industrie 4.0. Hier arbeiten die Tschechische Republik und Deutschland seit mehreren Jahren eng zusammen. Und auch in der Nanotechnologie gibt es ein internationales Cluster mit der Tschechischen Republik, Bayern und anderen Ländern. Und Potenzial hat auch die Biotechnologie.

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