Connect Visions to Solutions 2019: Gewinner-Startup 4dot aus Tschechien sagt Maschinendefekte voraus

Der Gewinner des internationalen Startup-Wettbewerbs „Connect Visions to Solutions“ ist 4dot Mechatronics Systems aus Tschechien. Am Donnerstag wählte die Jury ihn auf der Winners´ Night in der Hauch Gallery aus insgesamt vier Finalisten aus, die in ihren Pitches Lösungen im Bereich künstlicher Intelligenz präsentierten. Beim 4. Jahrgang des Wettbewerbs, den die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer ausrichtet, hatten sich nahezu 200 Startups aus insgesamt 30 Ländern beworben. Unmittelbar dem Finale vorgeschaltet war eine Konferenz zur Anwendung künstlicher Intelligenz in der Industrie. Experten von globalen Unternehmen, Universitäten aus Tschechien und Deutschland sowie der Hauptstadt Prag präsentierten auf dem „AI-Forum“ ihre Visionen und konkreten Business-Modelle.

„Unsere Konjunkturumfrage hat ergeben, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre jedes zweite Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzen möchte. Oft fehlt aber das nötige Know-how“, erklärt der Veranstalter des Wettbewerbs, DTIHK-Geschäftsführer Bernard Bauer. Gerade in der Industrie kann künstliche Intelligenz die Effizienz steigern, neue Geschäftsmodelle generieren und die internationale Konkurrenzfähigkeit steigern.

Gesucht wurden innovative Lösungen für die Wettbewerbspartner Bosch, Siemens, Škoda Auto und die tschechische Hauptstadt Prag. Das Spektrum umfasst die Bereiche Autonomes Fahren und Mobilitätsservices, Robotics, Big Data oder Predictive Maintenance in der Produktion. „Genau diese Ökosysteme aus Industrie und Gründern wollen wir miteinander vernetzen“, so DTIHK-Präsident Jörg Mathew.

Das Gewinner-Startup 4dot, nominiert von Siemens, bietet eine Lösung für Industrie 4.0. Mittels Sensoren und anschließender Analyse überwacht er den Zustand von Produktionsmaschinen und sagt Defekte rechtzeitig voraus. „Unser Monitoring-Tool Chipmunk sammelt Daten von Sensoren, die direkt auf Maschinenkomponenten platziert sind, und schickt sie in die Cloud, wo sie ausgewertet werden“, erklärte Martin Podešva von 4dot.

Der Publikumspreis ging an Brighter AI aus Deutschland, das sich auf Anonymisierung von Daten spezialisiert, sodass sie im Sinne des Datenschutzes wiederverarbeitet und analysiert werden können. Auch im Finale waren OmegaLambdaTec aus Deutschland und RoadEO aus den Niederlanden.

AI-Forum

Vor der Preisverleihung diskutierten Experten und Top-Manager aus Deutschland und Tschechien auf dem AI-Forum die Chancen, die künstliche Intelligenz im Bereich Industrieproduktion, Mobilität, aber auch Smart City bietet.

Eröffnet wurde die Konferenz von der Bayerischen Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach und die Staatssekretärin im Ministerium für Industrie und Handel Silvana Jirotková, die beide in der KI eine große Chance für die Konkurrenzfähigkeit ihrer Länder sehen. „Für mich ist KI der größte Game-Changer in der Geschichte der Menschheit“, sagt die Staatsministerin Gerlach.

Neben den Chancen sehen die Professoren Ute Schmid von der Universität Bamberg und Michal Pěchouček von der Technischen Universität Prag sowie CTO von Avast auch enorme Risiken. „AI muss erklärbar sein und sie muss fair sein, um der Gesellschaft zu dienen und sie nicht zu zerstören“, sagt Pěchouček. Besonders sensibel sei der Umgang mit persönlichen Daten z.B bei der Gesichtserkennung. „Die Erklärbarkeit kann KI in Europa pushen“, glaubt er.

In diesem Sinne scheint der Prager Magistrat, auch ein Partner des Wettbewerbs, auf dem richtigen Weg. Ratsherr Vít Šimral stellte die Initiative Prague AI vor und berichtete über Online-Kurse, die künstliche Intelligenz für die Prager Bürger verstehbar machen sollen. Für Šimral eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Smart City.

Alle Partner präsentierten Use Cases aus ihren Industriebranchen, von Mobilität über Landwirtschaft und Maschinenbau bis hin zu Health Care. Was die Unternehmen derzeit umtreibt, ist die Suche nach KI-Anwendungen, die ein Geschäftsmodell darstellen. Dabei hilft auch der Austausch mit Gründern und Innovatoren, der in Workshops und One-to-one Meetups stattfand.

500 Startup-Bewerbungen bisher

Fast 500 junge Unternehmen aus der ganzen Welt haben sich für Connect Visions to Solutions bis heute beworben. Von den insgesamt 25 Finalisten und 4 Siegern haben viele erfolgreiche Kooperationen mit etablierten Partnerunternehmen anknüpfen können. Der erste Gewinner überhaupt war das tschechische Startup Neuron Soundware, heute eins der erfolgreichsten MOE-Startups im Bereich Predictive Maintenance.

Industry + AI = Competitiveness

Connect Visions to Solutions läuft im Rahmen des TopThemas „Industry + AI = Competitiveness“ der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer.

Neben der Zusammenarbeit mit dem Partnerunternehmen erhält der Gesamtsieger eine Geldprämie von 4.000 Euro.

Partner des Wettbewerbs: Bosch, Siemens, Škoda Auto und die Hauptstadt Prag

Medienpartner des Wettbewerbs ist das Wirtschaftsmagazin Forbes.

Mehr unter: www.industryai.cz


Kontakt:
Christian Rühmkorf

Tel.: +420 221 490 303
E-Mail: ruehmkorf(at)dtihk.cz


Foto @ Jaromír Zubák

 

 

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