Destatis: Schwaches erstes Halbjahr für deutschen Außenhandel

Der deutsche Außenhandel vermeldet schlechte Zahlen: Im Juni brach die Ausfuhr von deutschen Waren um  8 Prozent ein. In den ersten sechs Monaten gab es zudem im Jahresvergleich nur ein mageres Wachstum von 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte. Betroffen sind insbesondere die deutschen Schlüsselindustrien Maschinenbau und Automotive.

Dies überträgt sich inzwischen auch auf den deutsch-tschechischen Handel, wo eine gewisse Abkühlung zu spüren ist. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern nahm in der ersten Jahreshälfte um 1,4 Prozent zu. Zum Vergleich: Im Januar bis Juni 2018 waren es 4,5 Prozent.

Stärker betroffen sind die deutschen Exporte nach Tschechien. Diese verzeichneten in den ersten sechs Monaten 2019 ein Wachstum von nur 0,7 % (22,1 Mrd. EUR). In die Bundesrepublik importierten tschechische Unternehmen dann Waren im Wert von 24,6 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 2 %. Neben Maschinen und Fahrzeugen wurde auch mit Metall- und Ölerzeugnissen weniger gehandelt.

Kommentar des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK)
Volker Treier, DIHK-Außenwirtschaftschef:

Für das Gesamtjahr zerbröseln die Hoffnungen auf ein zumindest mageres Exportplus. Wenn wir mit einer schwachen Null – und somit mit dem schlechtesten Ergebnis seit der Finanzkrise – aus dem Jahr gehen würden, wäre das angesichts der konflikt- und krisenbeladenen Weltwirtschaft schon ein Erfolg.

"Der zunehmende Protektionismus und eine merklich schwächelnde Weltkonjunktur belasten die exportstarke deutsche Wirtschaft direkt", berichtet er. "Der US-Handelskonflikt mit China sowie das zähe Ringen um den Brexit verunsichern weltweit Investoren – und trüben die Aussichten gerade für die vielen deutschen Investitionsgüterproduzenten ein."

Die deutschen Unternehmen benötigten "dringend Rückenwind", um die internationalen Herausforderungen meistern zu können, mahnt Treier. "Dazu gehört der Ausbau unserer Infrastruktur, eine ehrgeizige Unternehmenssteuerreform und Fortschritte beim Bürokratieabbau."

Bisher hatte der DIHK ein Export-Wachstum von 1,2 Prozent erwartet.

Tabelle: Deutscher Außenhandel im ersten Halbjahr 2019, grenzüberschreitende Transaktionen in Mrd. EUR

Quelle: Destatis, DIHK

ExportVeränderung
zum 2018
ImportVeränderung
zum 2018
Deutschland gesamt
Juni 2019106,1- 8 %89,3- 4,4 %
Januar-Juni 2019666,10,5 %556,23 %
Deutschland mit Tschechien
Juni 20193,7- 3,3 %4,1- 1,7 %
Januar-Juni 201922,10,7 %24,62 %

 

 

 

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