Deutsche Maschinenbauer bahnen sich den Weg nach Tschechien - und die Digitalisierung hilft dabei

Mittelständische Produktionsunternehmen aus Deutschland kamen am 15. Mai zum deutsch-tschechischen Kooperationsforum Maschinenbau nach Prag, um vor Ort neue Vertriebs- und Kooperationspartner sowie Direktkunden für ihre Produkte und Dienstleistungen zu finden. Organisiert wurde das Forum durch die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK). Die Unternehmen konnten sich in kurzen Präsentationen dem Fachpublikum vorstellen, in Fachvorträgen ging es um aktuelle Chancen und Herausforderungen in Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0. Zudem organisierte die DTIHK im Rahmen einer Kontaktbörse zahlreiche Einzelgespräche zwischen deutschen und tschechischen Firmen.

Für die tschechische Maschinenbauindustrie kommt nur höchste Qualität in Frage. Deshalb sind deutsche Maschinenbauer, Zulieferer und Ingenieursleistungen ideale Partner. Nicht umsonst ist Deutschland Tschechiens wichtigster Außenhandelspartner“, sagte René Harun, stellvertretender DTIHK-Geschäftsführer, bei der Eröffnung des Forums.

Tschechien ist durch seine geographische Nähe zu Deutschland und sein starkes Wirtschaftswachstum ein attraktives Land für Investitionen und Partnerschaften. Für die Firma Erdwich Zerkleinerungssysteme sind Maschinen- und Fahrzeugbau ein wesentliches Charakteristikum des tschechischen Marktes. „Wir wollen auch als bayerische Hersteller von Zerkleinerungsmaschinen profitieren von der Dynamik des tschechischen Marktes und dem hohen Industrieanteil“, so Ulrich Kanzleiter.

Auch Thomas Neubert von Hydrive Engineering lobt den hohen Industriestandard und die bewährte Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen: „Im Vergleich zu Südostasien gibt es hier in Tschechien deutlich geringere Hürden, was die Zusammenarbeit und die Suche nach neuen Kunden betrifft.“

Das Unternehmen stoba Sondermaschinen hat sich bereits in Brünn mit einem Standort niedergelassen, um dort den Markt für seine Maschinen auszuweiten, erklärt Muhammer Kör. „Ein weiterer Punkt ist natürlich auch die Nähe zu Deutschland. So können wir auch den Support und den Service für die Maschinen gewährleisten. Der Verkauf ist eine Sache. Aber die Kundennähe ist auch sehr wichtig“, erklärt Kör.

Deutsche Technologien und Dienstleistungen im Bereich Maschinenbau werden in Tschechien geschätzt, die Firmen können sich durch das Kooperationsforum positionieren und ihr mittelständisches Netzwerk erweitern. Zudem bietet solch ein Forum immer die Gelegenheit zum Austausch von Know-how, sodass ein Markteintritt erleichtert wird.

Dabei spiele die Digitalisierung eine große Rolle, meint Professor Frank Döpper vom Fraunhofer-Institut Bayreuth: „Ich sehe da deutliche Parallelen zu der Situation bei uns, eine gute Tradition in Produktion und Maschinenbau. Es muss uns beiden gelingen, dieses gute Wissen zu transferieren und zu integrieren in das Thema Digitalisierung und Industrie 4.0.

Für die nachfolgenden Tage sah das Programm Werksbesichtigungen bei den Unternehmen Škoda Auto und Mubea sowie weitere Kooperationsgespräche der deutschen Unternehmen mit tschechischen Interessenten, vermittelt durch die DTIHK, vor.

Die Geschäftsanbahnungsreise wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Kontakt:
Irena Novotná
Tel.: +420 221 490 316
E-Mail: novotna@dtihk.cz


Foto @ Jaromír Zubák

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