Die deutsche Wirtschaft ist im 2. Quartal um 0,1 Prozent gesunken

Deutschland vermeldet einen Wirtschaftsabschwung. Das reale Bruttoinlandsprodukt ist im 2. Quartal im Vergleich zum Jahresbeginn um 0,1 Prozent gesunken. Die vorläufigen Zahlen veröffentlichte heute das Statistische Bundesamt. Der Rückgang ist vor allem auf die schwächere Auslandsnachfrage zurückzuführen, die sich auf die deutsche Industrie und die Exporte auswirkt. Eine Stütze für die deutsche Wirtschaft blieb die robuste Binnennachfrage.

Das Bundeswirtschaftsministerium erwartet in der April-Prognose für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. 2020 soll die deutsche Wirtschaft wieder auf 1,5 Prozent zulegen.

Kommentar: Bernard Bauer, geschäftsführender Vorstand der DTIHK

„Die aktuellen Zahlen bestätigen die Verunsicherung, die Unternehmen und Investoren schon in der DTIHK-Konjunkturumfrage vom Februar signalisiert haben. Sie sahen die Wirtschaftsaussichten so pessimistisch wie zuletzt in 2013.

Auf Deutschland wirken sich verstärkt die Verlangsamung der globalen Wirtschaft und die Unsicherheiten im Welthandel aus. Wenn zwei sich streiten, freut sich meist der Dritte. Das gilt in der heutigen globalen Wirtschaft nicht. Die deutschen Zahlen sind ein Beleg dafür.

Ob die deutsche Wirtschaft in den nächsten Monaten weiter in die roten Zahlen rutscht oder wieder am Schwung gewinnt, hängt stark von außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Brexit ohne Deal, Zölle für deutsche Auto-Importe in die USA und weitere protektionistische Maßnahmen, die Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft - all dies sind Bedrohungen, die ein Negativ-Szenario wahrscheinlicher erscheinen lassen.

Auch der deutsch-tschechische Handel verzeichnete ein schwächeres zweites Quartal. Das Volumen nahm um magere 0,3 Prozent zu, im ersten Vierteljahr waren es noch 2,6 Prozent. Insbesondere die Einfuhren von Metall- und Ölprodukten sowie elektrischen Ausrüstungen aus Deutschland schwächen sich ab.

Das Quartalswachstum der tschechischen Wirtschaft von 0,6 Prozent relativiert die von vielen befürchtete „Abhängigkeit“ von der Wirtschaftsentwicklung Deutschlands.“

Kontakt:
Christian Rühmkorf

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