Vom 23. bis 25. September 2026 reisten 20 Vertreterinnen und Vertreter von 15 tschechischen Unternehmen und Institutionen mit der AHK Tschechien nach Essen zur ersten Euro Defence Expo (EUDEX) und zur parallel stattfindenden Sicherheitsmesse security essen. Die AHK Tschechien organisierte die Delegation gemeinsam mit dem Verband der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie der Tschechischen Republik (AOBP).
Der erste Tag stand im Zeichen des V4 Defence & Dual-Use Matchmaking Forums, das die AHK Tschechien gemeinsam mit den Partnerkammern aus Polen, Ungarn und der Slowakei unter dem Motto „Visegrad meets Germany – Business beyond Borders“ ausrichtete. Den fachlichen Auftakt machte Dr. Klaus Oberste Lehn (TÜV NORD) mit einem Vortrag zu Zulassungs- und Zertifizierungsprozessen für Zulieferer auf dem deutschen Verteidigungsmarkt. Anschließend folgten vorab vereinbarte Gespräche zwischen Unternehmen aus den V4-Staaten und deutschen Firmen – insgesamt vermittelte das Forum mehr als 400 B2B-Gespräche. Der Abend klang mit einem Aperitif am Stand von NRW.Global Business und dem Networking-Abend der EUDEX aus.
Am zweiten Tag trafen die Teilnehmenden Vertreter von ARX Robotics, Dirks Defence & Security, KNDS Deutschland Tracks, Heckler & Koch und Walter AG und besuchten die Gemeinschaftsstände des Landes Nordrhein-Westfalen und der IHK Hagen. Am Nachmittag ging es auf Initiative der AHK Polen weiter nach Hagen, wo die SIHK zu Hagen die Delegation empfing. Nach den Vorträgen von Dr. Lino Schneider-Bertenburg (Defence.NRW) und Hannah Swoboda (NRW.Global Business) zum Thema „Scaling up Defence-Innovation“ folgten ein Matchmaking mit Unternehmen aus Südwestfalen und ein gemeinsames Abendessen.
Am letzten Tag besuchten die Teilnehmenden die Evonik Industries AG und anschließend je nach Schwerpunkt das Werk von Rheinmetall in Weeze, wo Rumpfteile für den F-35 gefertigt werden, oder Dynamit Nobel Defence in Burbach.
Für Teilnehmende aus den Bereichen Drohnen, Drohnendetektion und -abwehr standen am Freitag zudem weitere Termine auf der Messe auf dem Programm: Gespräche mit German Drones, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW).
Wie wertvoll dieser Austausch war, beschreibt Libor Novák, CEO von Czechia Systems: „Wir waren es gewohnt, dass Deutschland den Ton angibt und uns voraus ist. Nach dem Gespräch mit dem deutschen Verband BDSW wurde mir klar, dass Tschechien beim Schutz kritischer Infrastruktur vor Drohnen nicht hinterherhinkt. Bei uns befindet sich bereits ein konkreter Gesetzentwurf im Abstimmungsverfahren, in Deutschland gibt es dazu noch keinen vergleichbaren Entwurf. Mit dem BDSW und deutschen Unternehmen werden wir zusammenarbeiten, Erfahrungen mit der neuen Gesetzgebung austauschen und Kontakte auf dem deutschen Markt knüpfen. Uns geht es um ein sichereres Europa.“
Welche Rolle der persönliche Austausch spielt, betont auch Roman Zima, Gründer von Respilon und InfraHex: „In der Verteidigungsindustrie reicht es nicht, eine gute Technologie zu haben. Man muss das Umfeld verstehen, in dem man sie durchsetzen will, und die Menschen kennen, mit denen man dort zusammenarbeiten wird. Die Euro Defence Expo hat uns ermöglicht, direkt mit Vertretern des deutschen Marktes zusammenzukommen und aus der Nähe zu sehen, wie sie über Zusammenarbeit und neue Technologien denken. Für InfraHex ist es wichtig, Teil dieser Gespräche zu sein.“
Wie groß das Potenzial auf dem deutschen Markt bereits heute ist, zeigt das Beispiel des staatlichen Unternehmens VOP CZ. „Deutsche Unternehmen der Verteidigungsindustrie gehören zu unseren wichtigsten Kunden. Schon heute tragen sie wesentlich zum Volumen unserer militärischen Produktion bei, und künftig wollen wir die Kapazitäten für deutsche Partner weiter ausbauen. Genau in dieser Zusammenarbeit sehen wir erhebliches Potenzial für die weitere Entwicklung unseres Unternehmens“, sagt Pavla Ungrová, Leiterin Geschäftsentwicklung.
Zu den Gesprächen beim V4-Forum kamen zahlreiche weitere Termine mit Ausstellern sowie individuelle Treffen auf der Messe und in Hagen hinzu. Die genaue Bilanz werten wir derzeit aus. „Für tschechische Unternehmen eröffnen sich auf dem deutschen Markt konkrete Chancen – vor allem durch lokale Partnerschaften und an der Schnittstelle von ziviler und militärischer Sicherheit. Genau deshalb sind Formate wie dieses so wichtig“, sagt Martina Jakl, Leiterin des Sonderprojekts Rüstungs- und Verteidigungsindustrie der AHK Tschechien. Über die tschechische Delegation berichtete auch Table.Briefings.
Wir danken der AOBP und Jaroslav Pecháček sowie dem Militärattaché der Deutschen Botschaft Prag, Oberstleutnant i.G. Rüdiger Heinrich für die Begleitung der Delegation, unseren Partnerkammern in Polen, Ungarn und der Slowakei, der Messe Essen, der IHK zu Essen, der SIHK zu Hagen, NRW.Global Business und Defence.NRW sowie allen Unternehmen, die uns ihre Türen geöffnet haben.