Christian Rühmkorf
Bereichsleiter Kommunikation & Public Affairs; Pressesprecher Kommunikation & Public Affairs
+420 221 490 303; +420 603 882 185Bei dem knapp zweistündigen Gespräch am 3. November mit dem Regierungschef und dem Wirtschaftsminister erläuterte das Top-Management deutscher Unternehmen in Tschechien, welche Themen ihnen auf den Nägeln brennen. „Die Entwicklung der Energiepreise, der Industrial Accelerator Act, die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte und der Einsatz von KI sind für unsere Mitgliedsunternehmen wichtige Faktoren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, sagte der Präsident der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer Milan Šlachta in seiner Begrüßung. Nur gemeinsam könne man Tschechiens Wettbewerbsfähigkeit ausbauen, erklärte Premier Babiš und dankte den Investoren für ihr Vertrauen in das Land.
Trotz der strukturellen Herausforderungen der deutschen Wirtschaft bleiben die deutsch-tschechischen Wirtschaftsbeziehungen bemerkenswert stark. Im Jahr 2025 erreichte der bilaterale Handel mit 115,7 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. „Um in dieser Zeit der Transformation weiter erfolgreich zu bleiben, sind gerade solche Gespräche auf höchstem Niveau so wichtig“, erklärte DTIHK-Präsident und Chef der Bosch Group CZ & SK, Milan Šlachta, und dankte beiden Politikern.
Ganz oben auf der Themenliste der Unternehmen standen die zu hohen Energiepreise im Vergleich zu anderen Ländern und Weltregionen. „Unser Ziel ist es, die wirtschaftliche und technologische Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie zu stärken“, so Chief Procurement Officer von Škoda Auto, Michael Kerschensteiner.
Günstigere Energie fordert auch Niclas Pfüller, General Manager des Automobilzulieferers Brose. „In unseren Werken in Mähren setzen wir bereits 400 Roboter ein, Tendenz steigend. Einen so hohen Automatisierungsgrad in der Sitzproduktion hat Brose weder in Deutschland noch in China. Aber auch diese Roboter brauchen Energie.“ Zudem brauche man mehr Fachkräfte und eine praxisorientierte Ausbildung, waren sich alle produzierenden Unternehmen einig. Wirtschaftsminister Karel Havlíček versprach, die Quoten für Fachkräfte aus dem Ausland anzupassen.
Der Vormarsch der Künstlichen Intelligenz erfordere auch dringend eine intensive Debatte zwischen Wirtschaft, Politik und Bildungseinrichtungen über Ausbildungen und Qualifikationen, die künftig auf dem Arbeitsmarkt gebraucht würden, mahnte Managing Director Hana Součková von SAP.
Einen besseren Schutz von IT-Systemen und Unternehmensdaten forderte wiederum der Geschäftsführer von Kaufland Sven Reinhard angesichts der jüngsten Hackerangriffe auf Kühlsysteme von Lebensmittelhändlern in Europa.
Regierungschef Babiš, Wirtschaftsminister Havlíček und die deutschen Investoren waren sich einige, dass dieser Austausch jährlich stattfinden müsse. An dem Gespräch nahm das Top-Management der Unternehmen Bosch, Škoda Auto, T-Mobile, SAP, Kaufland, Brose, Commerzbank, Akkodis, Mahr und Horváth teil.
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